Im Zugerberg liegt ein versiegelter Zivilschutzbunker — verschlossen seit 1987. Darin: ein analoger Feldrekorder und 13 nummerierte Kassetten. Die erste trägt eine Frauenstimme, datiert auf Oktober 1993. Sie kennt den Namen des Mannes, der sie einunddreissig Jahre später finden wird. Digitalisierte Dateien enthalten nur Stille. Das Signal existiert ausschliesslich analog.
Nicht das Band ist anomal. Der Recorder ist es.
Walkman StoriesStereo Cassette-Corder
Der Fund
L
VU
R
VU
Dolby NR
Off
Archiv
Gesperrt
RewPlayStopRecFF
88.0FM MHz
Kein Signal
889296100104108
Ⓓ Dolby B·C NRSN: ████████
Weitere Fundorte existieren. Das Signal breitet sich aus.
Sachverhalt: Am 17.09.2011 wurde der o.g. Vermisste zuletzt im Gebäude des SRF, Zürich Leutschenbach, gesehen (Kameraaufzeichnung 18:14 Uhr). Seitdem kein Lebenszeichen. Die Wohnung wurde am 20.09.2011 durchsucht — keine Hinweise auf Gewalteinwirkung oder geplante Abreise.
Auffälligkeiten: Im Arbeitszimmer wurden 14 Kompaktkassetten sowie ein professioneller Feldrekorder (Marke Sony, Modell WM-D6C, Seriennr. █████████) sichergestellt. Auf den Kassetten: nicht identifizierbare Audiofragmente. Digitalisierungsversuche ergaben leere Dateien. Analogwiedergabe bestätigte Aufnahmen — Erklärung steht aus.
Zeugenaussage (E. Widmer): «In den Wochen vor seinem Verschwinden hörte ich aus seiner Wohnung Geräusche — ein tiefes Summen, das durch die Wände drang. Manchmal mitten in der Nacht. Als hätte jemand ein Radio eingeschaltet, das keinen Sender empfängt.»
Aktueller Stand: Ermittlungen eingestellt (2013). Vermisstenmeldung bleibt aktiv. Keine weiteren Hinweise. — Anmerkung des Sachbearbeiters: Auf einer der sichergestellten Kassetten wurde handschriftlich die Frequenz «103.7 FM» vermerkt. Eine Überprüfung durch die BAKOM ergab, dass auf dieser Frequenz im Raum Zug kein lizenzierter Sender aktiv ist. Ein schwaches, nicht ortbares Signal wurde dennoch registriert.